Unterwegs Tibet Lhasa PotalaDer Auslöser für mein Interesse für Tibet war ein kleiner Bildband, den ich von meiner Freundin geschenkt bekam mit den Worten, von Nepal habe sie leider keinen entsprechenden gefunden. Dieser kleine Bildband hat so viel Faszination in mir geweckt, dass es für mich ganz klar war, sobald ich aus Nepal zurück bin werde ich meine Reise nach Tibet vorbereiten...

Das Schicksal von Tibet hat mich von Anfang an sehr berührt. Alles, was ich nur irgendwie an Informationen über Tibet auftreiben konnte, habe ich zusammengetragen. Das war seinerzeit um einiges schwieriger, denn Internet gab es noch nicht. Mir war sehr schnell klar, dass ich keine der üblichen Standard-Gruppenreisen nach Tibet buchen wollte. Zu der Zeit waren mir die Gruppen sämtlicher gängiger Veranstalter, von denen es nicht gerade viele gab, viel zu groß. Es war für mich unvorstellbar in einer "Horde" von 15 oder 20 Leuten in den Klöstern "einzufallen". Ich wünschte mir eine kleine Gruppe - vielleicht fünf oder sechs Gleichgesinnte, für die eine solche Reise eine ähnlich Bedeutung haben würde. Individuelle Privatreisen, wie sie heute zum Standardprogramm der meisten Reiseveranstalter gehören, waren Anfang der 90iger Jahre kaum zu finden und so hat es einige Zeit gedauert bis ich fündig wurde und endlich im September 1992 unterwegs in Tibet sein konnte...


Unterwegs in Tibet - in Planung: Von Südchina/Yunnan über Lhasa nach Nepal 2019

Nachdem im vergangenen Jahr nach langer Zeit die Überlandstrecke von Südchina/Yunnan nach Zentraltibet wieder für Touristen geöffnet wurde planten Bekannte eine Reise auf dieser Route. Als ich das hörte war ich sofort "Feuer und Flamme", denn der "Yunnan-Sichuan-Tibet-Highway" in China ganz unspektakulär G312 genannt, soll zu eine der schönsten in Asien - wenn nicht sogar der Welt gehören. Da gab es kein langes Überlegen! "Darf ich mich Euch anschließen?", war meine ziemlich spontane Frage! Ich darf! - und so werden wir in einigen Monaten zu sechst unterwegs sein. Voller Erwartung stecken wir momentan in den Reisevorbereitungen...


Unterwegs in Tibet - Vier Wochen intensiv in Zentraltibet 2006

Nach meinen ersten Besuchen in Tibet konnte ich mich viele Jahre nicht überwinden erneut dorthin zu reisen. Zu bedrückend habe ich die Berichte empfunden, nach denen Lhasa mehr und mehr in eine chinesischen Metropole umgestaltet wurde und angeblich von der tibetischen Altstadt rund um den Jokhang Tempel nicht mehr viel übrig geblieben sein sollte. Dennoch habe ich schließlich noch einmal aufgebrochen, um noch einige weitere Regionen rund um Lhasa zu erkunden wie z.B. die Klöster Reting und Drigung, den Namtso und das Tal des Tsangpo mit dem legendären Lhamo Lhatso, dem Orakelsee der Dalai Lamas. Schließlich war ich dann über Gyantse, Shigatse, Ronguk und dem Everest Basecamp überland nach Nepal unterwegs.


Unterwegs in Tibet - Von Westnepal zum Kailash und weiter nach Westchina & Pakistan 1998

Sechs Jahre nach meinem ersten Besuch in Tibet und am heiligen Berg Kailash wollte ich gerne noch einmal dorthin. Dieses Mal jedoch auf den alten Pilgerpfade, die von Simikot tief im Westen von Nepal zum Kailash führen. Aber der Kailash war nur der Anfang einer wirklich großen Reise, die uns von den Höhen des tibetischen Hochplateaus bis hinunter in die Taklamakan-Wüste in Westchina geführt hat. Von dort haben wir uns in Richtung Süden gewendet und sind über den Khunjerab Pass und Karakorum Highway nach Islamabad in Paistan weiter gereist. 


Unterwegs in Tibet - Von Lhasa zum Kailash 1992

Nach einer Vorbereitungszeit von eineinhalb Jahren waren wir im Sepember endlich unterwegs. Nach langer Suche, vielen Gesprächen und gemeinsamen Vorbereitungs-Treffen sind wir zu sechs Leuten aufgebrochen. Damals wie heute führte die beste Anreise nach Tibet über Nepal. Per Flug ging es von Kathmandu nach Lhasa - einmal quer über den Himalaya - vorbei am Mt. Everest und den vielen anderen Eisriesen - eine der schönsten Flüge, die man auf dieser Welt machen kann!

Welch ein Beginn für diese so lang herbei gesehnte Reise! Die ersten Tage haben wir in Lhasa verbracht - damals war es noch sehr viel mehr das "alte" Lhasa von dem Heinrich Harrer so intensiv in seinem Buch "Sieben Jahre in Tibet" berichtet hat. Dann begann die lange Überlandfahrt in Richtung Westen zum Kailash. Vor den langen Fahretappen hat uns allen ein wenig "gegraut".

In ganz Tibet gab es 90 km asphaltierte Straße und die führte vom Flughafen Gongkar nach Lhasa. Alles andere war teilweise übelste schlaglochübersäte Pisten. Nach der ersten Fahretappe von Lhasa nach Gyantse waren uns alle einig - wenn alle Fahrten landschaftlich so eindrucksvoll und grandios sind wie diese erste - dann wird es eine wahre Freude sein auf dem tibetischen Hochplateau unterwegs zu sein! Und es wurde eine Freude - jeden einzelnen Fahrtag dieser langen und erlebnisreichen Reise.


 

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