Seit meinem ersten Besuch in Pakistan 1998 habe ich davon geträumt noch einmal auf dem Karakorum Highway unterwegs zu sein. Unfassbar, dass es fast 30 Jahre gedauert hat, bis ich mir diesen Traum erfüllen kann. Als sich die Gelegenheit bietet mich einer netten und unternehmenslustigen kleinen Damen-Gruppe anzuschließen, gibt es kein Halten mehr.
Whow! Endlich wieder unterwegs auf dem Karakorum Highway - kurz auch KKH genannt. Kurz nach Verlassen von Islamabad erreichen wir in Hasan Abdal diese legendäre Fernstraße, die zu eine der spektakulärsten, rauesten und höchstgelegenen Routen unserer Welt gehört. Die ersten 800 km führt der KKH durch die grandiose Bergwelt des Karakorum in Pakistan bis hinauf auf den 4.693 Meter hohen Kunjerab Pass, der gleichzeitig auch die Grenze zwischen Pakistan und der westchinesischen Provinz Xinjiang markiert.
Wir genießen jeden dieser 800 km, denn jede Kurve eröffnet wieder neue grandiose Ausblicke auf eine atemberaubend schöne Landschaft. Auf kleinen Abstechern besuchen wir das Naltar Tal, das Naran Tal - auchKagan Tal genannt. Außerdem geht es auf dem Pferderücken zum Rakaposhi Basislager und die hinauf auf die Märchenwiese und weiter zum Basislager des Nangar Parbat.
Der Karakorum Highway verläuft größtenteils entlang der tief eingegrabenen Täler von drei großen Flüssen, dem Indus, dem Gilgit und dem Hunza. Im Laufe der Jahrmillionen haben sich die gewaltigen Wassermassen immer tiefer durch die Gebirgswelt von Pakistan gegraben. Gleichzeitig treffen hier drei der höchsten Gebirgszüge der Welt zusammen - Himalaya, Karakorum und Hindukusch. Die Hinweistafel zeigt den Blick vom Norden in Richtung Süden. Der geographische Schnittpunkt befindet sich nahe dem Ort Jaglot, etwa 45 km südlich von Gilgit und 30 km nördlich von Raikot direkt am Fuß des Nangar Parbat.
Ähnlich wie in Nepal im Kali Gadaki-Tal ergeben sich dadurch unfassbar großartige Ausblicke auf die links und rechts vom KKH himmelhoch aufragenden Eisriesen. Während die Straße bei Raikot auf einer Höhe von ca. 1.200 m verläuft, ragt nur 25 km Luftlinie entfernt der Nangar Parbat 8.125 m hoch hinauf. Das ist ein Höhensprung von fast 7.000 m auf dieser kurzen Entfernung. Ähnlich dramatisch ist die Sicht weiter im Norden am Eingang zum Hunza-Tal. Hier fließt der Hunza Fluss, an dem der KKH entlang führt, auf ca. 2.000 m während der Rakaposhi 7.788 m hoch aufragt. Auf einer Distanz von nur etwa 16 km überwindet die Natur hier einen Höhenunterschied von fast 5.800 m und bildet dadurch eine der steilsten und größten ununterbrochenen Bergwände der Welt.
Zwischen 1959 und 1979 wurde der KKH von pakistanischen und chinesischen Arbeitern n einer gigantischen Ingenieursleistung erbaut. Dabei verloren über 1.000 Menschen bei den gefahrvollen Arbeiten durch Hangrutsche und Felsstürze ihr Leben. Die Straße musste in weiten Teilen mit Dynamit aus den steilen Wänden des Indus Tales herausgesprengt werden. Es war ein stetiger Kampf gegen die Natur, die mit Erdrutschen, Geröllawiinen und reißenden Schmelzwasserflüssen zurückschlug. Wer auf dem Karakorum Highway unterwegs ist muss auch heute noch viel Flexibilität und manchmal auch große Geduld mitbringen. Straßenblockaden durch Felsstürze - besonders während der Monsunzeit - sind auch heute keine Seltenheit.
Landschaftlich führt der Karakorum Highway durch eine der gewaltigsten und grandiosesten Bergregionen der Welt. Der Ausspruch "Der Weg ist das Ziel" ist hier mit Sicherheit so passend wie man es nur selten findet. Jede Kurve bietet neue Ausblicke - noch schöner - noch gewaltiger und noch einmal wieder ganz besonders. Eingeklemmt zwischen den drei großen Gebirgszügen der Welt liegen einige sehr abgeschiedene Täler. Jedes hat seine eigene Bevölkerung, Kultur und Tradition. Die kulturelle, klimatische und landschaftliche Vielfalt ist unglaublich!
Wenn Dich Pakistan interessiert wirst Du hier in den nächsten Wochen und Monaten weitere Informationen und Erlebnisberichte mit vielen Fotos finden.
Neben den arabischen Fluggesellschaften Qatar Airways, Emirates, Etihad, Gulf Air, Saudi und Oman Air ist Turkish Airlines die einzige europäische Airline, die Europa und Deutschland mit Pakistan verbindet. Gleichzeitig ist das auch die schnellste und von der Flugroute die direkteste Verbindung. Deshalb habe ich mich für meine Pakistan-Reise auch für Turkish Airlines entschieden. Teilweise gibt es mehrere tägliche Flüge zwischen verschiedenen deutschen Städten nach Istanbul und ebenso mehrere tägliche Flüge zwischen Istanbul und Islamabad.
Allerdings ist der neue Flughafen von Istanbul beim Umsteigen durchaus eine Herausforderung. Er gehört mit zu den größten Flughäfen der Welt. Die Wege vom Ankunfts-Flugsteig zum Weiterflug können extrem weit und damit zeitintensiv sein. Zusätzlich kostet die Sicherheitskontrolle des Handgepäcks noch einmal zusätzlich Zeit - das kann bei entsprechendem Andrang durchaus auch mal eine Stunde sein. Eine Umsteigezeit von 1,5 Stunden, wie es oftmals angeboten wird, ist deshalb - insbesondere für ältere Reisende - kaum machbar und kann sehr stressig werden. Deshalb unbedingt lieber - wenn verfügbar - einen früheren Abflug aus Deutschland nehmen, um die Umsteigezeit zu verlängern. Allerdings sind es dann schnell mal sechs Stunden, die man am Flughafen in Istanbul zubringen muss. Für die Planungssicherheit ist das aber die weitaus bessere Alternative.I
Auch bei längerer Umsteigezeit bietet der Flughafen Istanbul viele Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Es gibt unglaublich viele Geschäfte und Restaurants für nahezu alle Geschmacksrichtungen. n den meisten Restaurants findet man an vielen Tischen auch Stromanschlüsse, um z.B. Notebooks, Tabletts und Smartphones mit Strom zu versorgen. Sinnvoll ist es allerdings, sich ein Restaurant nahe dem Abflugsteig zu suchen und vor allem regelmäßig nachschauen, ob der Abflugsteig noch derselbe geblieben ist. Leider kommt es recht häufig zum Flugsteigwechsel. Je früher man das mitbekommt, desto entspannter kann man den Weg zu geänderten Flugsteig bewältigen.









