Nach fast 30 Jahren freue ich mich noch einmal auf Vietnam. Dieses Mal soll es in's Mekong-Delta gehen - und zwar für gut drei Wochen. Diese faszinierende Wasser-Wunderwelt im Südwesten von Vietnam möchte ich in aller Ruhe und intensiv erkunden. Geplant habe ich eine wunderbare Mischung aus gemütlichen Bootstouren und interessanten Überlandfahrten

Reiseroute im Mekong-Delta - Vietnam - Blog
Reiseroute im Mekong-Delta Die Linie zeigt die Überlandfahrten und die gepunktete Linie die längeren Bootsfahrten

Wasser hat von jeher eine große Faszination auf mich ausgeübt. So auch immer wieder das Wasser der großen Flüsse dieser Welt. In vielen Ländern Asiens bin ich dem Mekong begegnet, habe sehnsüchtige Blicke geworfen, bin an ihm entlang gefahren oder mit dem Boot auf ihm unterwegs gewesen. Jetzt wollte ich ihn auf seiner letzten großen Reise-Etappe ins Südchinesische Meer erkunden. Hier, wo der mächtige Strom kurz vor seiner Mündung in unzählige Arme zerfällt und ein gigantisches Netz von Wasserwegen bildet. Ergänzt um viele Kanäle waren dies jahrhundertelang die einzigen Verbindungswege zwischen den Regionen und vielen Dörfern. Erst viel später wurde das Mekong-Delta auch durch ein dichtes Netz an Straßen erschlossen.

Vietnam Airlines am Frankfurter Flughafen - Vietnam - Blog
Vietnam Airlines am Frankfurter Flughafen Mit leichter Verspätung kam Vietnam Airlines in Frankfurt an, so dass wir auch ein wenig verspätet abflogen.

Der direkteste Weg in's Mekong-Delta geht per internationalem Flug direkt nach Saigon oder wie es heute heißt Ho Chi Minh City. Um nicht unnötig Zeit mit Umsteigen zu verlieren habe ich mich für den Direktflug von Frankfurt nach Saigon entschieden. Da die Premium Economy recht günstig zu haben war, habe ich mir diesen Luxus erlaubt um mir die lange Flugzeit von fast zwölf Stunden mit etwas mehr Platz und Beinfreiheit zu erleichtern. Auf dem Hinflug war die Enttäuschung erst mal groß. Der Platzvorteil im Vergleich zur Economy konnte nur im Mini-Zentimeter-Bereich liegen.

Vietnamesische Dongs - Vietnam - Blog
Vietnamesische Dongs Für einen kleinen Euro-Betrag erhalte ich ein unfassbar großes Bündel an vietnamesischen Dongs.

Üblicherweise startet Vietnam Airlines in Frankfurt gegen 13.00 Uhr am Mittag und landet am frühen Morgen in Saigon gegen 6.30 Uhr. Zuerst einmal nutze ich die Gelegenheit, in der Empfangshalle den ersten kleinen Euro-Betrag in vietnamesische Dongs zu tauschen. Mir wurde ein unfassbar dickes Bündel and Banknoten ausgehändigt - der Wechselkurs liegt bei 30.000 Dongs für einen Euro. Die ersten Dongs investierte ich dann gleich noch in eine vietnamesische SIM-Karte für mein Smartphone. In der Hoffnung, dass ich nach dem langen Flug noch einigermaßen "brauchbar" sein würde, habe ich noch ein kleines Besichtigungsprogramm geplant. Deshalb ist es gut, dafür schon erstes Bargeld in den Händen zu haben.

Lady-Guide Tien - Vietnam - Blog
Lady-Guide Tien Tien war als Lady-Guide wirklich klasse und begleitete mich an meinem ersten Tag in Saigon.

Vor dem Flughafenausgang wartet schon meine heutige Führerin zusammen mit Fahrer Mai und dem Fahrzeug auf mich. Tien ist eine ausgesprochen moderne und sehr selbstbewusste junge vietnamesische Lady. Ihren Job als "Lady-Guide" macht sie richtig gut und offensichtlich auch mit viel Begeisterung. Ohne Unterlass und ohne Nachfragen sprudeln viele interessante Informationen über Saigon nur so aus ihr heraus. Sie lebt unglaublich gerne hier. Sie beschreibt die Stadt als sehr modern. Da der Anteil von sehr jungen Einwohnern - nicht nur in Saigon, sondern generell in Vietnam - sehr hoch ist, bietet die Stadt auch entsprechend viele Möglichkeiten für diese jungen Leute.

 

Landmark-Tower  81- traumhafter Blick über Saigon

Blick auf den Landmark 81-Tower - Vietnam-Sehenswürdigkeiten
Blick auf den Landmark 81-Tower Nahe dem Song Sai Goin-Fluss, der mitten durch Saigon fließt, bietet die Skyview-Aussichtsplattform phantastische Ausblicke über die Stadt.

Mein erstes Ziel in Saigon bzw. Ho Chi Minh City, wie die Vietnamesen die Stadt selbst nennen, ist die Skyview-Aussichtsplattform des Landmark Tower 81. Auf fast 380 Metern Höhe bietet sich hier ein 360-Grad-Panoramablick. Insgesamt ist der Landmark Tower 461,2 Meter hoch und verfügt über 81 Etagen. Damit ist er das höchste Gebäude in Vietnam und das zweithöchste in ganz Südostasien. Gleichzeitig ist es ein groß angelegtes "Vergnügungs"-Zentrum. Hier gibt es ein riesiges Shopping-Center, ein Kino mit großem IMEX-Saal, eine über 2.000 qm große Indoor-Eislaufbahn, luxuriöse Wohnungen, ein 5-Sterne-Luxushotel, gehobene Gastronomie, Sky-Bars und Lounges - einfach unglaublich!

Das unglaublichste ist für mich allerdings dieser "wahnsinnige" Ausblick von oben. Fassungsloses Staunen! Wie oft ich die Aussichtsplattform umrundet habe, weiß ich nicht. Von den Ausblicken konnte ich mich gar nicht mehr losreißen!

Was für ein grandioser Auftakt für diese Reise und für meinen Aufenthalt in Saigon gleich am Ankunftstag!

 

Von Tien muss ich mich heute leider gleich wieder verabschieden. Sie ist nur eingesprungen für meinen eigentlichen Guide, den ich morgen kennenlernen werde und der mich dann während meiner gesamten Reise begleiten wird. Schade eigentlich! Es wäre bestimmt interessant gewesen mit der lebenslustigen und sehr erfahrenen Tien unterwegs zu sein. Fahrer Mai wird mir gottseidank erhalten bleiben. Er versteht auch ein wenig Englisch und scheint auch ausgesprochen nett zu sein.

 

Le Minh - neuer Guide - neues Glück

Englischsprachiger Guide Ben - Vietnam - Blog
Englischsprachiger Guide Ben Ben war als Guide und ein Mensch ein absoluter Schatz.

Am frühen Morgen werde ich von meinem neuen Guide abgeholt. Er stellt sich als Ben vor - ein sehr ungewöhnlicher Name für einen Vietnamesen?! Ja, aber sein vietnamesischer Name sei viel zu schwierig auszusprechen, so dass er sich für seine Reisegäste lieber Ben nennt. Er ist 28 Jahre alt und erst auf dem zweiten Bildungsweg Guide geworden. Eigentlich ist er von Beruf medizinische Fachkraft. So schade es mir zunächst schien, dass Tien nur für meinen Ankunftstag in Saigon mit mir unterwegs war, so "entpuppte" sich Ben, mit vietnamesischem Namen Lé Minh Luan, als ein absoluter Glücksgriff. Er ist einer der besten Guides, mit denen ich auf all meinen vielen Asien-Reisen unterwegs waren - und es waren viele Reisen und auch viele wirklich sehr gute Guides.

Obwohl ich im Mekong-Delta in einigen Regionen unterwegs war, in denen Touristen nur selten unterwegs sind, kennt er sich sehr gut aus und hat verfügt über viel praktische Erfahrung. Wenn er einmal etwas nicht weiß, dann fragt er sich durch und meistert jede Situation mit großer Routine.

Dabei ist er unglaublich freundlich und geduldig, restlos flexibel, erfüllt jeden Wunsch, wenn es nur irgendwie sinnvoll und möglich ist. Es war eine wahre Freude mit Le Minh unterwegs zu sein. Ich kann ohne Übertreibung sagen/schreiben, dass er meine außergewöhnliche Reise bis in die "hintersten" Ecken des Mekong-Deltas zu etwas ganz Besonderen gemacht hat.

 

Binh Tay - der große Straßenmarkt

Hier gibt es wirklich alles! Das Warenangebot ist unbeschreiblich! Die Ausdehnung des Marktes über mehrere Straßenzügen ist es auch! Haushaltsgegenstände bis hin zu Elektrogeräten, frischen und  getrockneten oder konservierten Lebensmitteln, Gewürze und Räucherstäbchen, Handwerker für jedwede Dienstleistung, Garküchen und Restaurants... Hier findet man einfach alles! Was für ein buntes Treiben und jetzt am frühen Morgen auch ein ziemliches Gedrängel.

Wie fast überall in Asien sind die Einheimischen super freundlich. Auf freundliche Nachfrage - durch Gesten oder durch die Unterstützung von Le Minh darf ich fast überall fotografieren. Dabei schenken mir viele Ihr wirklich schönstes Lächeln.

Zusätzlich sind fast überall auch noch mobile Verkaufsstände unterwegs, um die Waren auch außerhalb der Bazare an den Mann oder an die Frau zu bringen.

 

Tien Hau Tempel

 

 

 

 

 

 

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